When we concentrate, we focus all our energies upon some subject or object in order to unveil its mysteries. When we meditate, we rise into a higher consciousness.“ – Sri Chinmoy

Wenn wir uns konzentrieren, fokussieren wir unsere gesamte Energie auf ein Thema oder Objekt, um sein Geheimnis zu enthüllen. Wenn wir meditieren, erheben wir uns in ein höheres Bewusstsein.“ – Sri Chinmoy

Möchtest du erfolgreich Meditieren lernen, geht der eigentlichen Meditation das richtige Erlernen der Konzentration voraus. Wie aus dem Zitat Sri Chinmoys hervorgeht, sind Meditation und Konzentration zwei unterschiedliche Dinge, die jedoch, gleich den zwei Seiten einer Medaille, zusammen gehören. Im Grunde handelt es sich sogar um zwei scheinbar gegensätzliche Zustände: bei der Konzentration bündelt wir Energie und richten diese Energie auf ein Objekt oder Thema, um es zu verstehen. Je fokussierter die Energie und je kleiner das Objekt, auf das wir uns konzentrieren, umso erfolgreicher ist das Ergebnis und die Wirkung unserer Konzentration. Bei der Meditation versuchen wir statt dessen, uns innerlich auszudehnen und ein Gefühl der Weite zu bekommen. Die aufschlussreichen Worte Sri Chinmoys verraten uns weiterhin, dass wir bei der Meditation in ein höheres Bewusstsein aufsteigen. Was bedeutet das?

Wie bei jedem Aufstieg, so müssen wir auch bei dem inneren Aufstieg in ein höheres Bewusstsein Energie aufwenden. Diese Energie können wir in Form von richtig ausgeführter Konzentration zur Verfügung stellen. Das Hindernis, das es bei unserer Konzentration zu überwinden gilt, ist unser zerstreuter Verstand. Wie jeder, der schonmal für eine Prüfung gelernt hat sicher festgestellt hat, ist unser Verstand nur allzusehr bereit an alles mögliche und unmögliche zu denken, besonders dann wenn wir uns auf etwas konzentrieren wollen. Der Verstand ist wie ein ungezogenes Kind, das nicht gehorchen will. Mit der richtigen Portion Ausdauer und Beharrlichkeit können wir jedoch unseren eigenwilligen Verstand mit seinen wilden Gedanken durch Konzentration nach und nach zähmen und für unsere Zwecke gefügig machen. An dieser Stelle ist es wichtig, die Kunst der Konzentration richtig zu erlernen. Denn es gibt verschiedene Formen der Konzentration. Zum einen können wir uns im Verstand konzentrieren. Hier sind wir jedoch relativ schnell erschöpft, denn unsere Verstandesenergie ist sehr begrenzt. Wir müssen uns daher am besten eine andere Energiequelle erschließen. Sri Chinmoy empfiehlt, sich der Kraft des Herzens zu bedienen, welche potentiell unendlich ist. Das bedeutet, dass wir lernen müssen zu fühlen, dass unsere Konzentrationskraft unserem Herzzentrum, auch unser spirituelles Herz genannt, entstammt (das spirituelle Herz befindet sich in unserer Brustmitte, genau da wo wir hinzeigen, wenn wir „Ich“ sagen). Um ehrlich zu sein ist dies nicht ganz einfach. Denn unser Herzzentrum ist von einigen emotionalen Krusten umgeben, die wir durchbrechen müssen. Aber wie bei allem, was man neu lernt, höhlt steter Tropfen den Stein. Also einfach dran bleiben und fleißig auf das Herzzentrum konzentrieren! Wenn wir einmal etwas tiefer gekommen sind und eine Verbindung zu unserem Herzzentrum hergestellt haben, werden wir das sofort spüren. Es fühlt sich an, als wären wir mehr bei uns selbst, in unserer eigenen Kraft, in unserer eigenen Mitte. Aber jetzt zurück zur Meditation. Gelingt es uns irgendwann regelmäßig eine Verbindung zu unserem Herzzentrum herzustellen, können wir uns vorstellen, dass dies der Quell unserer Konzentrationskraft ist. Und mit dieser Konzentrationskraft, welche dann zu einer dynamischen Kraft wird, schwingen wir uns in die Welt der Stille empor.

Höhere Bewusstseinsebenen zeichnen sich dadurch aus, dass wir uns aus unserem rastlosen Verstand heraus bewegt haben. Schon wenn wir ihn ein kleinwenig hinter uns gelassen haben, können wir uns aus sicherer Entfernung unsere wilde Gedankenflut anschauen, ohne ihr wie ein hilfloses Schiffchen im tosendem Meer ausgesetzt zu sein. Gelingt es uns dann, einige Augenblicke in der Welt der Stille zu verweilen und nicht in unseren ratslosen Verstand zurück zu sinken, erfahren wir ein Gefühl der Ausdehnung. Das ist Meditation. Im Zustand der Stille und Ausdehnung werden wir empfänglich für göttliche Qualitäten, wie Frieden und Freude. Das sind die Früchte der Meditation. Das heißt, wenn wir lernen uns richtig zu konzentrieren und zu meditieren, besitzen wir zwei äußerst wirkungsvolle Instrumente für ein glücklicheres und erfüllteres Leben.

Text: Helene Beyer
Bild: Dr. Stephan Barth/pixelio.de